Die Bayerischen Basstage

Über Ursprung, Entwicklung und kulturelle Bedeutung

2. März 2026

Lesezeit: 4 Minute(n)

Die Bayerischen Basstage wurden im Jahr 2014 von dem Kontrabassisten und E-Bassisten Claus Freudenstein ins Leben gerufen. Dabei sind sie deutlich mehr als ein konventionelles Workshop-Festival für Kontrabass und E-Bass: Sie sind ein kulturelles Projekt, das internationalen Austausch, generationsübergreifende Begegnung und künstlerische Inspiration in den Mittelpunkt stellt. Seit ihrer Gründung haben sie sich zu einem der bedeutendsten Treffpunkte für Bassistinnen und Bassisten im deutschsprachigen Raum entwickelt – getragen von der Vision, dass Musik Menschen verbindet und musikalische Exzellenz durch gemeinsames Lernen entsteht.

Text: Basstian Tieftöner; Fotos: Manuela Fuchs, Michael Memminger, Thomas Bauer, privat

Ursprung: Die Idee aus Tijuana
Die Basstage begannen mit einer persönlichen Erfahrung von Claus Freudenstein. Eine Einladung zu einem Kontrabassfestival in Tijuana in Mexiko inspirierte ihn: Dort erlebte er unglaubliche Begeisterung für das Instrument, Zusammenhalt unter Musikern und die Kraft, die aus einem Miteinander von Jung und Alt sowie aus Musikern verschiedenster Erdteile und Stilrichtungen entsteht. Beeindruckt davon, dass dies in Mexiko möglich war, entschloss er sich, die 1. Bayerischen Basstage 2014 in Mühldorf am Inn zu organisieren.

Internationales, kulturelles Lernen
Von Anfang an standen die Begeisterung für das Instrument und das kulturelle Lernen durch Dozenten aus vielen Erd- und Kulturkreisen im Zentrum. Auch die Synergien, die im Austausch von Profimusikern, Kindern, Amateuren, jungen und älteren Musikern entstehen sind zentraler Teil der Bayerischen Basstage. Workshops, Meisterklassen und Ensemblearbeit verbinden technische Fertigkeiten mit kulturellem Austausch. Teilnehmer erleben, wie verschiedene musikalische Traditionen und Stilrichtungen das eigene Spiel bereichern und wie gemeinsames Musizieren über Grenzen hinweg funktioniert.

 

Steve Bailey, Claus Freudenstein und François Rabbath (v. l.)

Minibass: Pädagogische Innovation

Ein prägendes Element ist die Minibass-Arbeit. Nachdem Freudenstein den Minibass im Jahr 2003 erfand, entwickelte er seine Minibass-Methode für Kinder und Jugendliche, um spielerisch den Zugang zum Kontrabass zu finden. In den Kursen und in der Minibass-Akademie erfahren Kinder frühes Ensembleerleben, Rhythmik, Kreativität und Selbstvertrauen, während Lehrkräfte neue didaktische Werkzeuge erhalten. Diese Arbeit ist ein Markenzeichen der Basstage und prägt das pädagogische Profil der Veranstaltung nachhaltig.

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Die ersten Schritte auf dem Minibass.

Inhalte und Schwerpunkte
Die Basstage umfassen: Meisterklassen und Einzelunterricht (Kontrabass, E-Bass), Workshops zu Technik, Klanggestaltung, Körperarbeit und Stilistik, Ensemblearbeit und Aufführungen sowie Vorträge zu pädagogischen und musikalischen Themen. Besonders wichtig ist die Begegnung mit Künstlern von Weltruf, die die Teilnehmenden begeistern und zeigen, wohin fleißiges Üben führen kann.

Höhepunkte: Steve Bailey und François Rabbath
Ein persönlicher Höhepunkt Freudensteins war u. a. ein gemeinsames Konzert des US amerikanischen E-Bass Virtuosen Steve Bailey, der in Tourbands von Größen wie Dizzy Gillespie, Willie Nelson oder Larry Carlton spielte und François Rabbath, legendärer Kontrabassist und Entwickler der Nouvelle Technique de la Contrebasse. Rabbath ist bekannt für seine innovative Spieltechnik und seinen Einfluss auf Generationen von Bassisten. Dieses Konzert zeigte eindrucksvoll, wie die Bayerischen Basstage Musiker aus unterschiedlichsten Genres und Kulturen vereinen und die Teilnehmenden nachhaltig begeistern.

Workshops bei renommierten Dozenten wie Dorin Marc

(Professor für Kontrabass an der Hochschule für Musik Nürnberg).

 

Organisatorische Weiterentwicklung
Die Basstage wurden kontinuierlich professionalisiert, unter anderem durch die Gründung des gemeinnützigen Vereins Bayerische Basstage e. V.. Seit 2025 findet die Veranstaltung in Burghausen statt, was neue Möglichkeiten für Publikum und Kooperationen eröffnet.

Video: Interview mit Claus Freudenstein rund um die Bayerischen Basstage.

Künstlerische und gesellschaftliche Bedeutung
Die Basstage stehen für: kulturelles Lernen durch internationale Dozenten, generationenübergreifendes und stilistisch offenes Musizieren, pädagogische Innovation, insbesondere durch die Minibass-Arbeit sowie Inspirationsmomente durch Künstler von Weltruf. Sie verbinden künstlerisches Streben mit menschlicher Begegnung und zeigen, dass Musik soziale, kulturelle und künstlerische Barrieren überwinden kann.

Fazit
Vom Impuls in Tijuana bis zur heutigen internationalen Ausrichtung sind die Bayerischen Basstage ein lebendiger Beweis dafür, dass Musik Menschen nicht nur musikalisch, sondern auch kulturell und persönlich wachsen lässt. Für Claus Freudenstein sind sie sein größter Wunsch und seine Berufung – ein Ort, an dem Leidenschaft, Disziplin, kultureller Austausch und künstlerische Vision zusammentreffen und Teilnehmer erkennen, wohin musikalischer Einsatz führen kann. Seit den ersten Bayerischen Basstagen im Jahr 2014 haben mehr als 1.000 Teilnehmer das Festival ausgekostet und die bedeutendsten Bassisten der Welt haben es als Dozenten und Musiker bereichert.

Die Bayerischen Basstage finden in diesem Jahr von 31. Oktober bis 2. November 2026 in Burghausen statt.

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